Rhodiola rosea - Stressreduktion als Schmerzprävention
Stress ist meist ein relativer Begriff und für jede Person subjektiv. Zudem kann er sich ganz unterschiedlich zeigen. Wenn Stress jedoch über Monate und Jahre andauert, kann er meist negative Folgen auf die Gesundheit haben. Dies betrifft beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Kommt es zu einem erhöhten Stresslevel wird vermehrt Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol aus der Nebenniere ausgeschüttet. Dies hat Einfluss auf die Schmerzwahrnehmung. Unter Stress wird Schmerz meist intensiver wahrgenommen und die Schmerzschwelle sinkt.
In der Pflanzenheilkunde werden für solche Situationen gern sogenannte Adaptogene genutzt. Dies sind Pflanzen, welche eine ausreichende „Stress-Anpassung“ ermöglichen. Je nach Einnahmedauer und Dosierung können sie bei hoher Stressbelastung (meist sehr hoher Cortisolspiegel) und längerer Stressbelastung (meist eher niedriger Cortisolspiegel) eingesetzt werden.
Rhodiola rosea als wichtiges Adaptogen
Neben anderen Adaptogenen gilt Rhodiola rosea mit als am besten untersuchte Heilpflanze in Sachen Stress. Rhodiola rosea, oder auch Rosenwurz genannt, ist vor allem in Skandinavien und Sibirien heimisch und wird bis zu 60 Zentimeter hoch. Seit Jahrtausenden wird Rosenwurz medizinisch in der chinesischen und tibetischen Heilkunde genutzt. Ihre Wirkungen wurden im Bereich der Blutstillung, der allgemeinen Stärkung und der „Hirnstärkung“ beschrieben. Weiterhin wurde sie bei chronischer Müdigkeit, Depression, Impotenz, Blutarmut und Magen-Darm-Beschwerden verwendet.
Einfluss auf die hormonelle Achse
Rosenwurz hat Einfluss auf die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse. Zudem wirkt die Pflanze antioxidativ, beruhigend, angstlösend, antientzündlich und schützend auf die Nervenzellen im Gehirn. Zudem kann sie die Schlafqualität verbessern, Reizbarkeit reduzieren, den Zyklus harmonisieren und Antriebslosigkeit mindern. Ferner konnte ein Anstieg des Serotoninspiegels beobachtet werden. Dies ist vor allem für Migränepatienten interessant, welche vor allem vor bzw. zu Beginn der Periode an Attacken leiden. Neben einem Abfallen des Progesteronspiegels kann auch ein Serotoninmangel die Migräne verstärken. Dies würde erklären, warum Patienten mit „hormonell bedingter Migräne“ von Rosenwurz profitieren könnten.
Inhaltsstoffe entscheidend
Beim Erwerb von Präparaten ist genau auf die Inhaltsstoffe zu achten. Hierbei sollte man auf den Gehalt bzw. die Angabe von Rosavinen (meist 3 %) und Salidrosid (meist 0,8-1 %) achten. Je nach Hersteller entspricht dies häufig einer Tagesdosis von 200-600 mg Rosenwurz-Extrakt bzw. 20-60 Tropfen einer Rosenwurz-Tinktur.
Da es sich um ein pflanzliches Produkt handelt, sollte die Einnahme mindestens einige Wochen erfolgen. Bei niedrigen Dosierungen zeigt sich häufig ein anregender, bei höheren Dosen ein dämpfender Effekt.
Kontraindikationen oder Interaktionen mit anderen Wirkstoffen ist nicht bekannt. Sehr selten kann es nach der Einnahme zu Schwindel, Kopfschmerzen und einem trockenen Mund kommen.