3 bewährte Histamin-Tipps bei roter, wunder & juckender Haut

3 bewährte Histamin-Tipps bei roter, wunder & juckender Haut


Wenn die Haut reagiert

Wenn die Haut angegriffen oder verletzt wird und du an einem Histaminproblem leidest, dann kann es zu vermehrten Rötungen, Schwellungen und Juckreiz kommen. Außerdem hat man das Gefühl, die ganze Zeit kratzen zu müssen.

Gräser, Würmer & Histamin?

Bei Verletzungen oder anderen Reizen werden Rezeptoren in der Haut stimuliert. Hierdurch kommt es dann zu einer Aktivierung der sogenannten Mastzellen. Diese Aktivierung wiederum führt zu einer Histaminausschüttung. Die Ausschüttung kann IgE-vermittelt bzw. nicht IgE-vermittelt ablaufen. Bei der IgE-Reaktion handelt es sich um eine Allergie vom Sofort-Typ. Dies ist z.B. durch Allergene wie Pollen und Gräser der Fall. Der IgE-Wert kann im Blut über den Gesamt IgE-Wert gemessen werden. Bei einer Erhöhung ist dies ein wichtiger Hinweis darauf, dass eine Allergie des Sofort-Typs vorliegt. Interessanterweise steigen die IgE-Werte auch bei einem Befall mit Parasiten (Parasitose) z.B. Band-, Spul- oder Fadenwürmer an (1).

Eine nicht IgE-vermittelte Reaktion und damit Histaminausschüttung kann auch durch Medikamente wie Schmerzmittel oder Röntgenkontrastmittel, Alkohol, chemische und physikalische Reize wie Säuren, Laugen, Hitze oder Kälte sowie Sauerstoffmangel im Gewebe (Hypoxie) hervorgerufen werden (2, 3).

Was passiert schulmedizinisch?

In der Behandlung solcher Hautprobleme wird meist Cortisonsalbe verschrieben. Cortison ist der synthetische Abkömmling des körpereigenen Cortisols. Das Cortisol wird beim Menschen in den Nebennieren gebildet. Cortison wird juckreizlindernd und entzündungshemmend. Cortisonsalben enthalten meist Stoffe wie Propylenglykol, die das Eindringen in die Haut erleichtern. Hierdurch gelangt Cortison auch in die Blutbahn und muss durch den Körper verstoffwechselt werden. Bei höheren und längeren Anwendungen kann es zu unterschiedlichen Nebenwirkungen wie Jucken, Brennen, Spannungsgefühl oder auch dünner werden der Haut kommen.

3 bewährte Tipps bei roter, wunder und juckender Haut

Für die Haut haben sich folgende Dinge sehr gut bewährt, welche ich dir nachfolgend genauer beschreibe:

- Mikronährstoff Vitamin B6

- Kühlende Auflage mit Kamillenblüten & Eichenrinde

- Selbst gemachte Creme mit Malvenblättern


Tipp 1 Mikronährstoff Vitamin B6

Vitamin B6 (Pyridoxin) ist in Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Innereien, Putenbrust, Lachs, Bananen, Äpfeln, Milchprodukten, Kartoffeln und Nüssen enthalten. Es unterstützt das Immunsystem und die Nervenregeneration. Zudem ist Vitamin B6 als Cofaktor am Histaminabbau beteiligt. Die empfohlene Tagesdosis liegt bei etwa 1,5 mg, die therapeutische Dosis bei etwa 10-300 mg. Ein erhöhter Bedarf besteht bei Alkoholmissbrauch sowie bei der Einnahme von Neuroleptika, Methotrexat, der Antibabypille und Medikamente gegen Parkinson. Zudem kann die Einnahme von Magnesium, Zink, Eisen und Coenzym Q10 die Wirkung von Vitamin B6 unterstützen (4).

Die Höhe der Dosierung ist abhängig von der Problematik. Bei der Einnahme sollte auf die Verbindung Pyridoxin-5′-Phosphat (aktiviertes Vitamin B6) geachtet werden.


Tipp 2 Beruhigende Anti-Juckreiz-Auflage für deine Haut

Wie wendest du die Auflage an?

• lege die Auflage 1-3 x täglich für etwa 20 min auf deine betroffene Haut

• achte bei der Anwendung darauf, dass deine Haut nicht mit Rötungen oder Allergien reagiert

Worauf solltest du achten? Deine Haut sollte:

• verheilt und verschlossen sein

• nicht bakteriell verunreinigt oder eitrig sein

Für deine Auflage benötigst du folgende Dinge:

• 500 ml heißes Wasser

• 10 EL getrocknete Kamillenblüten (Apotheke)

• 10 EL getrocknete Eichenrinde, geschnitten (Apotheke)

• Gästehandtuch

So machst du die Auflage:

• gebe alle Pflanzenteile in einen größeren losen bzw. zwei einzelne lose Teebeutel

• stelle die Teebeutel in eine Schüssel und übergieße diese mit 500 ml heißem nicht mehr kochenden Wasser

• lasse den Aufguss etwa 20-30 min durchziehen

• entferne die Teebeutel und lasse den Aufguss abkühlen

• tauche im Anschluss das Gästehandtuch vorsichtig in den Aufguss und tränke das Handtuch damit vollständig

• wringe das Handtuch etwas aus und lege es vorsichtig auf deine Haut


Tipp 3 Pflegende Creme gegen Rötungen und Schwellungen

Wie wendest du die Creme an?

• trage die Creme vorsichtig auf die betroffene Hautstelle auf

• achte bei der Anwendung darauf, dass deine Haut nicht mit Rötungen oder Allergien reagiert

Worauf solltest du achten? Deine Haut sollte:

• vollständig verheilt und verschlossen sein

• nicht entzündet, bakteriell verunreinigt oder eitrig sein

Für deine Creme benötigst du folgende Dinge:

• 100 ml Bio-Kokosöl

• 5 EL getrocknete Malvenblätter, geschnitten (Apotheke)

• 5 EL getrocknete Kamillenblüten (Apotheke)

• Tiegel / kleines Schraubglas

• Holzstäbchen

So stellst du deine Creme her:

• erwärme vorsichtig das Kokosöl in einem Wasserbad

• gebe die Pflanzen in das Öl und lasse diese ca. 2 Stunden bei etwa 80-90° unter gelegentlichem Rühren mit dem Holzstäbchen ziehen

• filtere die Pflanzen durch ein feines Sieb und entsorge diese, lasse das flüssige Kokosöl abkühlen

• stelle anschließend die Flüssigkeit in den Kühlschrank, bis diese fest wird

• rühre danach die feste Masse mit einem Handmixer ca. 2 Minuten durch, bis eine cremige Konsistenz erreicht ist

• beim Aufschlagen kannst du zusätzlich etwa 10 Tropfen Vitamin E (verbessert die Haltbarkeit, pflegt die Narbe zusätzlich) dazu geben, die Creme ist mehrere Monate haltbar


Fazit

Mit einfachen Mitteln kannst du deine rote, wunde und juckende Haut unterstützen. Probiere es aus und erzähl mir gern, welche Erfahrungen du gemacht hast.


Quellen:

(1) IMD Labor Berlin (2022). https://www.imd-berlin.de/fachinformationen/diagnostikinformationen/gesamt-ige-was-sagt-dieser-laborparameter-aus, abgerufen am 5.3.22

(2) Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG); Diagnostisches und therapeutisches Vorgehen bei chronischem Pruritus (2017). https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/013-048l_S2k_Chronischer_Pruritus_2017-01.pdf, abgerufen am 5.3.22

(3) Maintz, Laura; Bieber, Thomas; Novak, Natalija (2006). Die verschiedenen Gesichter der Histaminintoleranz Konsequenzen für die Praxis Histamine Intolerance in Clinical Practice, Dtsch Arztebl 2006; 103(51-52): A-3477 / B-3027 / C-2903

(4) Biesalski, H. K. et al. (2002). Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe: Prävention und Therapie mit Mikronährstoffen, 1. Auflage. Stuttgart: Georg Thieme Verlag.

(5) Bäumler S (2013) Heilpflanzen Praxis heute. Arzneipflanzenporträts Rezepturen und Anwendung. Urban & Fischer, München

(6) Bühring U (2011) Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen Anwendung Therapie. Haug, Stuttgart

(7) Peters B (2015) Narbenbehandlung – So versorge ich meine Narbe richtig. Schulz-Kirchner, Idstein


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